Hallo,
ich habe eine Stute die durch die PA komplett blind wurde auf beiden Augen. Es fing auf einem Auge an. Es gab eine Augenentzündung und die Linse war milchig trüb verändert. Nach ein paar Tagen ging alles wieder weg. Muss dazu sagen, das war vor 10 Jahren, da war der Stand der Forschung noch viel viel weiter zurück als er jetzt sowieso noch ist.
Dann hatte ich ein Jahr ruhe und im nächsten Sommer (Spätherbst) kam das gleiche wieder. Der Tierarzt stellt nun endlich die PA fest. Meinte aber, wenn die Schübe nur 1 mal im Jahr kommen könne sie 30 werden ohne blind zu werden, ausserdem würde die PA normalerweise nur ein Auge befallen und wenn das völlig blind ist _nicht_ auf das zweite Auge übergehen. Tja, leider kamen die Anfälle dann relativ bald in immer kürzeren Abständen. Also beschloss ich in die Tierärztliche Hochschule Hannover zur OP zu gehen. Dort wurde mir von einer OP abgeraten, da das eine Auge eh nicht mehr zu retten gewesen wäre und es nicht sicher wäre ob das zweite Auge überhaupt befallen werden würde. Also hab ich mein PFerd unverrichteter Dinge wieder mit Heim genommen. Sie hat dann starke Entzündungen bekommen, die trotz sofortiger Behandlung leider nicht mehr so schnell weg gingen. Durch die Gabe von immer stärkeren Entzündungshemmern und sog. "Sprengspritzen" (um die schon vorhandenen Verklebungen am Sehnerv zu sprengen) bekam meine Stute dann defekte auf der Hornhaut. Dies lies leider eine Behandlung mit Cortison nicht mehr zu. Mal war das Auge wieder ok, aber meist nicht für lange. Bis es dann komplett blind war. Die Klinik hatte mir gesagt ich solle mit einer OP auf dem anderen Auge warten bis dort sicher wäre das die Schübe weiter gingen. Tja, gleich der erste hatte es voll in sich. Die Entzündung ging nicht mehr weg über Wochen. Aber ein entzündetes Auge kann nicht operiert werden. Durch diese lange Phase der entzündung (bestimmt 6 Wochen) ist viel kaputt gegangen. Hab sie dann sofort in die Klinik und operieren lassen. Verlief auch soweit gut wie mir gesagt wurde. Das Auskurieren dauerte verhältnismässig lange und war auch danach nur kurz in ordnung. Kurz danach kam die heftigste Entzündung die sie je hatte. Ich konnte sie - egal mit was - nicht in den Griff bekommen, da die Hornhaut aussah wie ein Streuselkuchen. Hätte ich da Cortison gegeben wäre die Linse sofort getrübt. Im wirklcih allerletzten Moment wurde dann eine Eigenblutbehandlung durchgeführt durch die die Hornhaut geheilt ist. Danach gab es 2 Wochen Cortison und die Entzündung war weg und kam seitdem NIE WIEDER. Da hatte mein PFerd dann ein komplett blindes Auge und ein Auge mit noch etwa einem viertel Sehfähigkeit. Etwa ein halbes Jahr später ist dann die Linse eingetrübt. Das war ein harter Schlag. Aber mein Pferd kommt super damit klar (wers nicht glaubt oder wens interessiert siehe Beitrag: Blindes Pferd noch reiten).
Nun zu den Medikamenten: Immer gleich war das Atropin Dispersa, die Entzündungshemmer variierten. Isopto Max (und sämtliche abwandlungen davon) oder Corti Biziron, je nachdem wie die Hornhaut aussah.
Ich habe auch alles an Homeopathi ausprobiert. Habe bis zu 30 Fläschen mit Globuli da gehabt (Namen habe ich mir nicht alle gemerkt).
Als dann die Linsentrübung anfing habe ich Timolol (gibts nochwas - ist im Prinzip das gleich, aber 4 mal so teuer) gegeben um den Augeninnendruck zu senken (wodurch ja angeblich die Trübung ausgelöst wird). Es gibt ein Naturheilmittel, das angeblich teilweise Trübungen der Linse stoppen oder sogar verringern könnte. Hab ich auch gegeben - Namen weiß ich jetzt nicht auswendig - geholfen hat es _bei uns_ nicht.
Zum Auslösen der Krankheit: Der Graue Star ist ja normalerweise eine Nachfolge Erkrankung der PA. Als separate Krankheit ist mir der Graue Star nicht so geläufig.
Zumindest geht man bei der PA (deren Erforschung sehr gering bis überhaupt nicht vorhanden ist) davon aus, dass es eine vererbliche Veranlagung ist, die vorzugsweise männlcihe Pferde (ich hab ne Stute) bis zu einem alter von 7 Jahren befällt. Die Veranlagung ist nicht weiter schlimm, der Auslöser soll wie eine allergische Reaktion (keiner weiß worauf) funktionieren. Wenn dann die erste Entzündung da war bleiben die Leptospiren im Glaskörper des Auges zurück und verursachen jeden weiteren SChub, deshalb entfernt man die komplette Flüssigkeit bei der OP, denn man geht davon aus, wo nicht ist kann nicht mehr ausgelöst werden.
Eine andere Theorie besagt, das die Krankheit tatsächlich von Mäusen/Ratten usw. übertragen wird.
Ansteckend von Pferd zu Pferd oder Pferd zu Mensch oder was auch immer ist sie definitiv nicht!
So, hab ich noch was vergessen
LG Sliding